Bei Hitze: Gut vorbereitet
Hitzeperioden nehmen spürbar zu – auch in Südtirol. Durch den Klimawandel steigen die Temperaturen, und Hitzewellen treten häufiger, länger und intensiver auf. Besonders in Städten entstehen durch dichte Bebauung, versiegelte Flächen und fehlende Grünräume zunehmend sogenannte Hitzeinseln, bei denen sich Innenstädte im Sommer stark aufheizen.
Für alle Menschen bedeutet große Hitze eine körperliche und psychische Belastung. Was dabei oft unterschätzt wird: Hitze ist nicht nur anstrengend, sondern kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben – von Kreislaufproblemen und Erschöpfung bis hin zu langfristigen Auswirkungen auf den Körper.
Bei hohen Temperaturen arbeitet der Körper auf Hochtouren, um sich abzukühlen: Die Blutgefäße erweitern sich, die Schweißproduktion steigt und der Körper verliert dabei viel Flüssigkeit sowie wichtige Mineralstoffe. Die Folgen können Dehydration, Kreislaufprobleme, Erschöpfung oder im schlimmsten Fall ein Hitzeschlag sein. Besonders belastet wird dabei das Herz-Kreislauf-System. Oft wird Hitze unterschätzt, da sich Beschwerden schleichend entwickeln und Warnzeichen häufig zu spät erkannt werden.
Medikamente können bei Hitze anders wirken oder stärkere Nebenwirkungen verursachen. Holen Sie sich dazu individuelle ärztliche Empfehlungen ein. Viele Medikamente sollten außerdem bei Temperaturen unter 25 °C gelagert werden – entsprechende Hinweise finden Sie in der Packungsbeilage.
Gut vorbereitet durch heiße Tage: Auf dieser Seite finden Sie hilfreiche Informationen und praktische Tipps für zuhause, unterwegs sowie rund um Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Gesundheit.

Bei Hitze: Dem Körper Gutes tun!
Ausreichend trinken und leichte Ernährung helfen dem Körper, besser mit Hitze umzugehen. Schon kleine Veränderungen können das Wohlbefinden an heißen Tagen deutlich verbessern.

Bei Hitze: Draußen kühl unterwegs!
Hohe Temperaturen und direkte Sonne können den Körper stark belasten. Mit ausreichend Schutz, Schatten und regelmäßigen Pausen lassen sich viele Risiken einfach vermeiden.

Bei Hitze: Frische hereinlassen!
Mit einfachen Maßnahmen bleibt das Zuhause auch an heißen Tagen angenehm kühl. Ein gutes Raumklima entlastet den Körper und unterstützt die Erholung.
Menschen mit Vorerkrankungen
Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Atemwegs- oder Nierenerkrankungen reagieren oft empfindlicher auf Hitze. Hohe Temperaturen können Beschwerden verstärken, den Kreislauf zusätzlich belasten und den Flüssigkeits- sowie Mineralstoffhaushalt beeinflussen. Auch Müdigkeit, Schwindel, Atemprobleme oder Kreislaufbeschwerden können bei Hitze schneller auftreten. Wichtig sind ausreichend Flüssigkeit, regelmäßige Ruhepausen sowie möglichst kühle Aufenthaltsorte. Körperliche Anstrengung sollte an heißen Tagen reduziert und möglichst in die Morgen- oder Abendstunden verlegt werden. Medikamente können bei Hitze anders wirken oder den Flüssigkeitshaushalt zusätzlich beeinflussen. Deshalb ist eine frühzeitige Rücksprache mit der Hausärztin oder mit dem Hausarzt besonders wichtig.
Menschen mit Beeinträchtigung
Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen benötigen bei großer Hitze oft besondere Unterstützung im Alltag. Wichtig sind regelmäßiges Trinken, kühle Aufenthaltsorte und eine gute Begleitung durch Angehörige oder Betreuungspersonen. Manche Betroffene spüren Durst oder Überhitzung nicht rechtzeitig oder können Beschwerden schwer mitteilen. Deshalb sind Aufmerksamkeit, regelmäßiges Nachfragen und eine frühzeitige Unterstützung besonders wichtig. Auch Medikamente können die Auswirkungen von Hitze verstärken. Ein strukturierter Tagesablauf, ausreichend Ruhepausen und regelmäßige Kontrolle des Wohlbefindens können helfen, hitzebedingten Beschwerden vorzubeugen.
Ältere Menschen
Mit zunehmendem Alter verändert sich der Stoffwechsel. Die Körpertemperatur reguliert sich langsamer, das Schwitzen bei hohen Temperaturen wird seltener oder bleibt ganz aus, das Durstgefühl nimmt häufig ab. Dadurch steigt das Risiko für Dehydration, Kreislaufprobleme und hitzebedingte Erkrankungen. Ältere Menschen sollten daher regelmäßig trinken – auch ohne Durstgefühl –, körperliche Anstrengung vermeiden und besonders auf eine kühle Umgebung achten. Räume sollten möglichst beschattet und gut gelüftet werden, Aufenthalte in der direkten Sonne sind vor allem in den Mittagsstunden zu vermeiden. Die Einnahme von bestimmten Medikamenten kann dazu führen, dass die Hitze schlechter vertragen wird oder den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen.
Kinder
Kinder reagieren empfindlicher auf hohe Temperaturen, da ihr Körper Wärme noch nicht so gut regulieren kann. Sie schwitzen oft weniger, erzeugen mehr Körperwärme und benötigen mehr Zeit, um sich an Hitze anzupassen. Da Kinder häufig im Freien spielen und Gefahren durch Sonne und Hitze noch schwer einschätzen können, brauchen sie besonderen Schutz. Sie benötigen ausreichend Flüssigkeit, guten Sonnenschutz und regelmäßige Pausen im Schatten. Babys und Kleinkinder sollten vor direkter Sonneneinstrahlung besonders geschützt werden, da sie schneller überhitzen können. Besonders wichtig: Kinder niemals allein im Auto oder in stark aufgeheizten Räumen zurücklassen – dort können lebensgefährliche Temperaturen innerhalb weniger Minuten entstehen.
Pflegebedürftige Menschen
Pflegebedürftige Menschen sind oft auf Unterstützung angewiesen, um sich vor Hitze zu schützen. Regelmäßiges Trinken, leichte Kleidung, kühle Räume und Aufmerksamkeit gegenüber möglichen Beschwerden sind besonders wichtig. Angehörige und Pflegepersonen sollten Warnzeichen wie Schwäche, Verwirrtheit, Schwindel oder Kreislaufprobleme frühzeitig erkennen und ernst nehmen. Auch regelmäßiges Lüften, das Vermeiden direkter Sonneneinstrahlung und kühle Waschungen können helfen, den Körper zu entlasten. Bestimmte Medikamente oder bestehende Erkrankungen können die Belastung durch Hitze zusätzlich verstärken.
Deshalb sind eine gute Betreuung, regelmäßige Kontrolle des Wohlbefindens und ausreichend Ruhephasen besonders wichtig.
Frauen
Während Schwangerschaft oder hormoneller Veränderungen kann Hitze den Kreislauf zusätzlich belasten. Ausreichendes Trinken, regelmäßige Ruhepausen und das Vermeiden großer körperlicher Anstrengung helfen,
Beschwerden vorzubeugen. Besonders in sensiblen Lebensphasen sollte auf Warnsignale des Körpers wie Schwindel, Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme geachtet werden. Schwangere reagieren oft
empfindlicher auf hohe Temperaturen, da der Körper bereits stärker belastet ist. Leichte Kleidung, kühle Räume und das Meiden direkter Sonne – besonders in den heißen Mittagsstunden – können zusätzlich entlasten. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Obdachlose Menschen
Menschen ohne festen Wohnsitz sind Hitze oft besonders schutzlos ausgesetzt und haben häufig nur eingeschränkten Zugang zu Schattenplätzen, Trinkwasser oder kühlen Aufenthaltsorten. Dadurch steigt das Risiko für Dehydration, Kreislaufprobleme und andere hitzebedingte Erkrankungen deutlich an. Schon kleine Gesten können während Hitzeperioden eine große Hilfe sein – etwa das Anbieten von Wasser, Hinweise auf Hilfsangebote oder ein einfaches Nachfragen nach dem Befinden.
Menschen, die im Freien arbeiten
Körperliche Arbeit im Freien belastet den Körper bei Hitze zusätzlich. Wichtig sind regelmäßige Pausen in schattigen oder kühlen Bereichen sowie ausreichend Flüssigkeit über den gesamten Tag hinweg. Besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder direkter Sonneneinstrahlung kann der Körper schneller überlastet werden. Leichte, atmungsaktive Kleidung und eine Kopfbedeckung unterstützen die Wärmeregulierung und schützen vor direkter Sonne. Die Arbeitsintensität sollte an die Temperaturen angepasst werden. Warnzeichen wie Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen oder starke Erschöpfung sollten ernst genommen und körperliche Belastung sofort reduziert werden.
Sportlerinnen und Sportler
Sport und Bewegung sollten an die Temperaturen angepasst werden – besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder geringer körperlicher Fitness. Empfehlenswert ist es, sportliche Aktivitäten in die Morgen- oder Abendstunden zu verlegen und für Pausen möglichst schattige oder kühle Bereiche aufzusuchen. Leichte, atmungsaktive Funktionskleidung unterstützt den Körper bei der Wärmeregulierung und schützt vor Sonneneinstrahlung. Zusätzlich helfen eine Kopfbedeckung, eine Sonnenbrille mit UV-Schutz sowie schweißfeste Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Wichtig ist, regelmäßig und bereits vor dem Durstgefühl in kleinen Mengen zu trinken sowie leichte, mineralstoffreiche Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Nach dem Training empfiehlt sich eine lauwarme Dusche, um den Körper schonend abzukühlen.
Gemeinsam gegen die Hitze
Große Hitze betrifft uns alle – manche Menschen sind jedoch besonders gefährdet. Dazu zählen ältere oder alleinstehende Personen, Kinder sowie Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Deshalb ist es wichtig, aufeinander zu achten und im Alltag aufmerksam zu sein. Oft helfen schon kleine Gesten: regelmäßig nachfragen, ob genug getrunken wird, Unterstützung bei Besorgungen anbieten oder dabei helfen, die Wohnung kühl zu halten. Gleichzeitig sollte es selbstverständlich sein, selbst Hilfe anzunehmen oder aktiv darum zu bitten.
Auch das Weitergeben von Hitzetipps an Familie, Nachbarn oder Freunde kann helfen, Risiken frühzeitig zu vermeiden und gemeinsam besser durch heiße Tage zu kommen.
Anzeichen von Hitzebelastung erkennen
Bei Hitze und Symptomen wie Bewusstseinseintrübung, Bewusstlosigkeit, wiederholtem Erbrechen oder einer Körpertemperatur über 39°C wählen Sie den Notruf 112.
Informiert und vorbereitet
Das Landeswarnzentrum der Agentur für Bevölkerungsschutz informiert Bevölkerung und Einsatzkräfte frühzeitig über Naturgefahren und Wetterphänomene wie etwa auch extreme Temperaturen. Auf Basis von Wetterprognosen, Monitoring und laufenden Datenanalysen werden Risiken bewertet und Warnlageberichte erstellt. Diese geben einen Überblick über mögliche Gefährdungen, erwartete Entwicklungen und aktuelle Warnstufen. Auf diesen Websites erfahren Sie mehr: